Sozialarbeit & Unterrichten

Soziale Arbeit in Tansania ist ein intensiver Weg, sich freiwillig zu engagieren und vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Dabei lernt man sehr viel über die Probleme und Herausforderungen vom Aufwachsen in einem Entwicklungsland unter schwierigen Bedingungen und auch, dass es keine universellen Lösungen gibt, um Armut zu bekämpfen. Gerade im sozialen Bereich darfst du gerne kreativ sein und deine eigenen Interessen und Ideen in die Arbeit mit den Kindern einbringen. Wir arbeiten in Arusha mit festen Partnerprojekten zusammen, die vertrauenswürdig sind und sich nachhaltig für eine bessere Zukunft einsetzen. Wir haben die Arbeitsfelder „Unterrichten“ und „Sozialarbeit“ zusammengefasst, da unterrichtliche Elemente auch in den meisten sozialen Projekten vorhanden sind. Da Kinder in Tansania bereits ab 3 Jahren im Vorschulbereich unterrichtet werden, ist dieses Arbeitsfeld ein Bestandteil nahezu aller Freiwilligeneinsätze. Vor allem im Vorschulbereich sollte der Spaß und die spielerische Vermittlung von Zahlen und Buchstaben an erster Stelle stehen. In eurer Gestaltung sind euch  als Freiwillige hier nahezu keine Grenzen gesetzt!

 

Twiga Foundation

TwigaTwiga Vision Tanzania ist eine gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation, die sich vor allem für junge Frauen, Jugendliche und Kinder aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen einsetzt. Das Projekt unterstützt Frauen mit Kindern dabei eine Perspektive in der tansanischen Gesellschaft aufzubauen, unabhängig zu werden und eine berufliche Karriere einzuschlagen, ohne ihre Kinder dabei vernachlässigen zu müssen. Während die Frauen im Bereich Arbeit & Selbstständigkeit beraten werden, erhalten die Kinder die Chance auf eine schulische Ausbildung.

Das Projekt steht noch in seinen Anfängen, weshalb hier jegliche Hilfe benötigt wird, um die ersten Schwierigkeiten zu überwinden. Das Klassenzimmer hat weder Scheiben in den Fenstern, noch einen Boden oder Farbe an den Wänden, geschweige denn einen Toilettenanschluss oder Elektrizität.

Freiwillige unterstützen das Projekt und die Angestellten beim Unterrichten der Vorschulkinder (von 8-12 Uhr) und bei der Nachhilfe der Jugendlichen (16-18 Uhr), beim Renovieren der Räumlichkeiten und bei der Organisation von Spenden, die gerade zu Beginn von Nöten sind. Auch kreative Köpfe finden ihren Platz in diesem Projekt. Die Homepage sowie die Facebookseite muss überarbeitet werden, um Sponsoren auf dem Laufenden zu halten und zukünftige Unterstützer zu gewinnen.

SAMARITAN VILLAGE Kinderheim

K640_Sams VillageDas Samaritan Village Kinderheim wurde im Jahr 1994 gegründet und beherbergt derzeit ca. 50 Kinder im Alter zwischen 1 Monat und 20 Jahren. Alle Kinder im Samaritan Village wurden von ihren Eltern verstoßen, oftmals bereits kurz nach der Geburt, sodass die Familien der Kinder unbekannt sind. Seit seiner Gründung konnte das Heim bereits mehr als 70 Kinder in Adoptivfamilien im In- und Ausland vermitteln. Leider hat sich vor einiger Zeit das tansanische Adoptionsgesetz geändert, welches Auslandsadoptionen erheblich erschwert. Kinder, die keine Adoptiv- oder Pflegefamilien finden, verbleiben im Kinderheim und wachsen dort in familiären Strukturen auf.

Die Arbeitszeiten im Samaritan Village sind flexibel gestaltbar und liegen zwischen 9 Uhr morgens und 17 Uhr abends. Freiwillige unterstützen die festangestellten Mitarbeitern bei allen anfallenden Arbeiten. Dazu gehören die Betreuung und Pflege der Babies und Kleinkinder, Mithilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung der Schulkinder, Planen von Spiel- und Freizeitangeboten, Administrative Aufgaben / Patenschaftskoordination und die Mithilfe im anliegenden Gemüsegarten. Als Freiwilliger sollte man bereit sein, sich entsprechend der Bedürfnisse der Kinder in den Alltag einzufügen. Von jedem Freiwilligen wird erwartet, dass er / sie von mindestens zwei Kindern des Heimes am Ende des Aufenthaltes einen schriftlichen Entwicklungsbericht verfasst. Auf diese Weise wird die physische und mentale Entwicklung der Kinder in regelmäßigen Abständen dokumentiert.

Ikirwa SCHOOL

Die Ikirwa School ist eine englischsprachige Privatschule, in der Kinder vom Vorschulalter (3 Jahre) bis derzeit zur 6. Klasse (ca. 13 Jahre) unterrichtet werden. Die Schüler stammen vor allem aus Bauernfamilien und der tansanischen Mittelschicht, 20 der derzeit 110 Kinder an der Ikirwa School kommen aus sehr bedürftigen Familien und werden durch internationale Schulpaten unterstützt. Die Schule wurde im Jahr 2013 gegründet und den Kindern in Ngulelo eine bessere Schulbildung ermöglichen zu können. Privatschulen in Tansania sind nicht vergleichbar mit dem eher elitären Charakter europäischer Privatschulen. Da in den öffentlichen Schulen meist über 100 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden und die Ausbildung der Lehrer sehr schlecht ist, versuchen Familien wo möglich ihre Kinder auf einer Privatschule unterzubringen, damit sie hier in einem ruhigen Umfeld lernen und sich entwickeln können.

PIPPI HOUSE / FOUNDATION FOR GIRLS

K640_Pippi House KinderPippi House ist ein Zufluchtsort für Mädchen und junge Frauen, die physische und sexuelle Gewalt erfahren haben, aufgrund von extremer Armut auf der Straße lebten oder Opfer von Kinderhandel und Kinderarbeit waren. Das Haus bietet den jungen Frauen eine sichere Unterkunft, Verpflegung und den Zugang zu Schule und Ausbildung. Derzeit leben über dreißig Mädchen und junge Frauen im Pippi House, wobei viele von ihnen selber bereits kleine Kinder haben. Hier werden die jungen Frauen dabei unterstützt, einen Neuanfang zu wagen und in Zukunft ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Das Center wurde im Jahr 2011 von Aristides Nshange gegründet und ist darum bemüht, den Mädchen eine familiäre Atmosphäre zu bieten, in der sie ihre Traumata verarbeiten können.

Mögliche Aufgabenfelder für Freiwillige umschließen vor allem tägliche Hausaufgaben- und Nachhilfe für die Mädchen (insbesondere Mathematik und Englisch), Einzelgespräche, Projektmanagement, Kinderbetreuung der nicht schulpflichtigen Babies und Kleinkinder und Vorschulaktivitäten sowie Mithilfe bei administrativen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Da die meisten jungen Frauen am Vormittag in der Schule sind, fällt die Hauptarbeitszeit für Freiwillige in den Nachmittagsbereich ab ca. 14 Uhr bis ca. 19 Uhr sowie ganztags auf die Wochenenden. Freiwillige, die bereits am Vormittag im Center arbeiten möchten, können sich vor allem um die Betreuung der kleineren Kinder kümmern sowie hauswirtschaftliche und administrative Aufgaben übernehmen.

Cradle of Love BABY Home

cradleDas Cradle of Love Baby Home ist ein im Jahr 2004 gegründetes Kinderheim, welches ausschließlich Babies und Kleinkinder im Alter von 0 – 3 Jahren versorgt. Aktuell werden 34 Kinder im Kinderheim betreut. Die meisten der dort lebenden Kinder wurden entweder von ihrer leiblichen Familie verstoßen oder haben ihre Mütter durch Komplikationen während der Geburt verloren. Cradle of Love ist eine temporäre Bleibe für die Kinder. Ziel des Kinderheimes ist es, die Kinder entweder mit lebenden Familienangehörigen wieder zu vereinen oder verantwortungsvolle Adoptivfamilien für die Kinder ohne Familienangehörige zu finden.

Die Kinder sind in insgesamt vier Altergruppen eingeteilt, die Nursery (0-6 Monate), die Crawlers (6-12 Monate), Wobblers (1-2 Jahre) und Toddlers (2-3 Jahre). Freiwillige können in allen Gruppen mithelfen, wobei man sich meist auf eine Gruppe „spezialisiert“ und dort besonders viel Zeit verbringt. Zu den Hauptaufgaben von Freiwilligen zählen die Mithilfe bei der Pflege der Babies und Kleinkinder sowie eine sinnvolle und altersgerechte Beschäftigung. Die Kernarbeitszeit liegt zwischen 9 und 17 Uhr, wobei meist eine längere Mittagspause stattfindet, während die Kinder ihren Mittagsschlaf halten. Generell können Freiwillige ihre Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten. Gerade auch an Wochenenden und für Nachtschichten werden immer helfende Hände gebraucht.

Mwanga Children’s Foundation

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Die Mwanga Children’s Foundation wurde im Jahr 2014 von einer Engländerin und einem Tansanier gegründet und befindet sich mittlerweile ausschließlich unter tansanischer Leitung. Ziel der NGO ist es, Kinder aus benachteiligten Familien zu unterstützen, welche weder Schulgebühren noch regelmäßige Mahlzeiten für ihre Kinder bezahlen können. Anfang 2015 wurde hierfür ein kleines Education Center in Ortsteil Kijenge Juu, Arusha aufgebaut. Eine stetig wachsende Zahl von derzeit 80 Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren wird hier in zwei Schichten am Vormittag und am Nachmittag betreut und unterrichtet. Außerdem erhalten alle Kinder eine warme Mahlzeit. Auf diese Weise werden jüngere Kinder auf den Eintritt in die Regelschule vorbereitet, wofür die Foundation stets Paten sucht. Ältere Kinder werden an den Nachmittagen unterrichtet und bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben unterstützt.

Die Mwanga Children’s Foundation ist ein junges Projekt in der Aufbauphase, dass sich über Freiwillige aus allen Lebenslagen freut, die im Bereich Unterricht und Betreuung der Kinder oder im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig sein möchten. Langfristiges Ziel ist der Aufbau einer eigenen Schule, mit einer Förderklasse und Schlafmöglichkeiten für die Kinder, die nicht in ihrer eigenen Familie leben können. 

Fruitful Kinderheim

FruitfulDas Fruitful Kinderheim wurde im Jahr 2014 von Isaac John Sumary gegründet, der das Center gemeinsam mit seiner Frau leitet. Das Kinderheim befindet sich in Moivaro, zentral aber dennoch eher ländlich gelegen. Während im Gründungsjahr 10 Kinder, die Aufgrund von Armut und Kranheiten einen oder beide Elternteile verloren haben, durch das Kinderheim betreut wurden, sind es mittlerweile bereits 28 Kinder, die dauerhaft Unterstützung durch im Fruitful Kinderheim erhalten. 11 Kinder leben dauerhaft in den angemieteten Räumen, während 17 Kinder bei Verwandten oder in Pflegefamilien unterkommen.  Das Center folgt einem christlichen Grundgedanken, nimmt aber bedürftige Kinder unabhängig von Stammeszugehörigkeit, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit auf. Die Altersspanne liegt derzeit bei 3 bis 7 Jahren.

Tagsüber werden die Kinder in zwei Vorschulklassen von einheimischen Lehrern und internationalen Freiwilligen unterrichtet. Mit Hilfe dieses Unterrichtes soll den Kindern ein bestmöglicher Start in ihre Bildungslaufbahn ermöglicht werden. Für ältere Kinder werden laufend Paten für englischsprachige Primarschulen gesucht. Freiwillige können sich sehr gerne auch über den Vorschulunterricht (9 bis 13 Uhr) hinaus mit den Kindern im Bereich Spiel, Spaß und pädagogisch sinnvolle Freizeitgestaltung beschäftigen. 

Upendo Face Orphanage

UpendoDas Upendo Face Orphanage wurde im Jahr 2012 von einem ehemaligen Straßenkind gegründet. Das Center in Moivaro, Arusha betreut derzeit annähernd 100 Kinder, welche durch diverse Gründe einen oder beide Elternteile verloren haben oder deren Eltern / Sorgeberechtigten sich aufgrund von extremer Armut keine Schulbildung für ihre Kinder leisten können. Viele der Kinder haben Schulpaten gefunden, sodass derzeit 45 Kinder in den insgesamt 4 Vorschulklassen im Center betreut werden. Die meisten der betreuten Kinder leben bei Verwandten oder in Pflegefamilien, derzeit 5 Kinder, die keine sichere Wohnsituation haben, leben dauerhaft in der Einrichtung.

Hauptaufgabe von Freiwilligen besteht in der Unterrichtsassistenz in den insgesamt 4 Vorschulklassen. Die Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren werden in Fächern wie Englisch und Mathe unterrichtet, um sie auf den Eintritt in die Primarschule vorzubereiten. Zudem können Freiwillige bei der Essenszubereitung und weiteren Hauswirtschaftlichen Aufgaben sowie bei der Freizeitbetreuung der Kinder mithelfen.

ST. THOMAS NURSERY & PRIMARY SCHOOL

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie St. Thomas School Nursery and Primary School ist eine Privatschule mit angeschlossenem Internat in Moshono, in der Kinder vom Vorschulalter (3 Jahre) bis zur siebten Klasse unterrichtet werden. Die Kinder, die die Schule besuchen, stammen vor allem aus der tansanischen Mittelschicht, aber auch einige Kinder aus bedürftigen Familien können die Schule dank privater Schulpaten besuchen. Die St. Thomas School ist eine vergleichsweise gut ausgestattete Schule, in der vor allem Lehramtsstudenten, aber auch alle anderen Freiwilligen, sehr viel Freiraum erhalten, eigene Unterrichtsreihen zu gestalten und so viel Lehrerfahrung zu sammeln. Da es sich um eine „English Medium School“ handelt, ist die Unterrichtssprache ausschließlich Englisch (mit Ausnahme des Swahili-Unterrichtes). Daher können sich Freiwillige in allen Fächern und außerunterrichtlichen Angeboten aktiv einbringen. Reguläre Unterrichtszeit an der St. Thomas School ist montags bis freitags von 8:30 bis ca. 15 Uhr. Teilweise findet auch an Samstagen Unterricht statt.

UNTERRICHTEN AN EINER SECONDARY SCHOOL

Die Mitarbeit in einer lokalen Secondary School ist vor allem für angehende Lehrer im Sekundarschulbereich sehr spannend. Unterrichtssprache ab der 8. Klasse (Form 1) ist sowohl in öffentlichen als auch in privaten Schulen Englisch. Der Ausbildungsstand der Lehrer und das Sprachniveau unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander. In öffentlichen Schulen wird man vermehrt mit großen Schülerzahlen, schlecht ausgebildeten Lehrern und einer kargen Ausstattung konfrontiert, wohingegen viele Privatschulen auf sehr hohem Niveau unterrichten und zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten anbieten. Im Sekundarschulbereich arbeiten wir nicht mit festen Partnerschulen zusammen, sondern versuchen möglichst entsprechend deiner Interessen und jeweiligen Studienfächer eine geeignete Schule zu finden. Gerade die Unterrichtsmethoden an öffentlichen Schulen entsprechen selten unseren westlichen Vorstellungen von pädagogisch wertvollem Unterricht. Meist findet Frontalunterricht statt („talk and chalk“). Dennoch sind viele Lehrer interessiert an neuen Methoden und ein gegenseitiger Austausch kann sehr spannend und bereichernd sein.

Ein Praktikum in einer tansanischen Secondary School ist nur für Lehramtsstudenten oder ausgebildete Lehrer möglich. Zudem wird für den Unterricht an Privatschulen ein TEFL-Zertifikat (Teaching English as a Foreign Language) vorausgesetzt.

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