08
Dez-2020

Familien fördern, Gemeinschaften stärken

Allgemein   /  

Wenn uns die Corona Krise eines gelehrt hat, dann, dass man nichts für selbstverständlich ansehen sollte und auch, dass wir alle nur ein einziges, kostbares Leben haben. Warum also Träume und Pläne unnötig vor sich herschieben? Das STEP Africa Team plant den Aufbau mehrerer After-School und Familienzentren in Arusha, um Kinder und Familien noch nachhaltiger fördern und unterstützen zu können – ein lange gehegter Traum! Im Folgenden ein paar Hintergründe 🙂

Auch wenn die Pandemie am afrikanischen Kontinent, verglichen mit vielen anderen Teilen der Welt, nur vorbeigeschrammt ist; Auch wenn wir hier in Tansania einen mittlerweile fast normalen Alltag leben dürfen, wofür wir sehr dankbar sind, so sind die Folgen der Pandemie, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht auch und vor allem für den afrikanischen Kontinent fatal. Wichtige Wirtschaftszweige, wie der Tourismus aber auch viele Teile des internationalen Handels sind durch COVID-19 auf ein Minimum zusammengefallen. Es wird wohl Jahre dauern, bis sich die Wirtschaft auf Vor-Corona-Niveau erholt. Und das auf einem Kontinent, auf dem die Menschen in aller Regel nicht auf öffentliche Corona-Nothilfen, Unterstützungspakete für Unternehmen, Homeoffice-Bonus geschweigedenn Arbeitslosen- oder Sozialgeld hoffen können. Auch STEP Africa hat die Krise hart getroffen, doch wir haben es dank der Unterstützung von Familie und Freunden geschafft, unsere Schließzeit von März bis Juli zu überwinden ohne Gehälter oder gar Stellen kürzen zu müssen. Auch schätzen wir uns sehr glücklich, dass sich in den vergangenen Monaten wieder einige Freiwillige nach Tansania getraut haben, ein Lichtblick für uns und unsere Projekte. Wir hoffen, dass das Jahr 2021 für euch und uns alle ein Jahr vieler Neuanfänge und positiver Entwicklungen wird.

Aufbau eines Community Centers – Ein Lange gehegter Traum

Corona gibt einem viel Zeit, über Grundsätzliches nachzudenken. Ich, Kira, lebe seit über 6 Jahren in Tansania und bin dem Land seit 12 Jahren eng verbunden. Ich liebe meine Arbeit für und mit STEP Africa, denn es gibt mir die Möglichkeit viele sinnvolle Projekte und Initiativen hier in Tansania zu unterstützen. Ich habe das Privileg unsere Freiwilligen in dieses wundervolle Land einzuführen, sie auf ihrem Erfahrungsweg zu begleiten und zu sehen, wie sich die Unterstützung in den Projekten durch unsere Freiwilligen und das große Netzwerk Ehemaliger kontinuierlich ausweitet und nachhaltig entwickelt. Doch im Laufe der Jahre mussten wir immer wieder auch Rückschläge in Kauf nehmen und lernen, dass nicht jedes Projekt nachhaltig und im Sinne einer familienbasierten und fairen Unterstützung benachteiligter Gruppen agiert. Als Freiwilligenorganisation stehen wir als Mediator, Berater, Unterstützer zwischen unseren Freiwilligen und unseren Projekten. Nicht immer eine leichte Aufgabe! Wir mussten bereits Partnerschaften mit Projekten beenden, die offensichtlich aus falscher Motivation heraus geleitet wurden – eine oft sehr frustrierende Erfahrung, die uns mehr als nur einmal dazu verleitete uns zu fragen: „Warum machen wir es nicht einfach selber?“

Wir sind der Ansicht, dass Familien der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Gesellschaft sind, weshalb alles dafür getan werden sollte, dass ein jedes Kind in einer Familie aufwachsen kann. Eine Sichtweise, die wir auch unseren Freiwilligen kontinuierlich vermitteln, denn sie sind es, die am Ende ihres Aufenthaltes als Botschafter nach Hause zurückkehren und Familie und Freunden von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählen – und davon, wie kritisch es ist auch tatsächlich an der richtigen Stelle zu helfen.

Wir, das sind Kira und Upendo von STEP Africa, die als Betreuer-Team die Hauptansprechpersonen für unsere Freiwilligen und Praktikanten sind, werden in Zukunft eine noch aktivere Rolle in einzelnen Projekten einnehmen und damit sicherstellen, dass familienbasierte Unterstützung von Gemeinschaften der wichtigste Standpfeiler unserer Arbeit und der Einsatzbereiche unserer Freiwilligen darstellt. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir andere Bereiche vernachlässigen, im Gegenteil, wir streben ein integratives Konzept an, in dem vor allem auch der Bereich des Gesundheitswesens und das formale Bildungssystem eine wichtige Rolle spielen.

Perspektiven

Unsere Partnerprojekte sind und bleiben fester Bestandteil unserer Arbeit und jedes einzelne leistet einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Landes. Unsere Aufgabe wird nun darin bestehen, dass wir uns für eine engere Vernetzung und Förderung der Bereiche einsetzen, die im Sinne einer familienbasierten Entwicklung maßgeblich sind. Wir werden eine aktive Rolle im Aufbau des neuen Centers für die Gily’s Children Foundation spielen. Das Center wird nicht nur eine Vorschule und Tagesbetreuung umfassen, sondern auch ein Afterschool Center für Kinder aus den nahegelegenden öffentlichen Schulen, die im Center nicht nur warme Mahlzeiten und eine sichere Betreuung finden, sondern auch Nachhilfe in Englisch und anderen Fächern erhalten werden um mit ihren Altersgenossen mithalten zu können, die dank Schulpaten oder aufgrund besserer finanzieller Verhältnisse in der Familie eine englische Privatschule besuchen dürfen. Mehr zum Schulsystem in Tansania werden wir in einem separaten Post noch erläutern. STEP Africa und die Gily’s Foundation verfolgen hier das gleiche Ziel, nämlich die Unterstützung möglichst vieler Familien und die Herstellung einer Chancengleichheit. Geplant ist für das Center auch die Einrichtung einer Abendschule, die sich vor allem an alleinerziehende Frauen richtet, die sich durch Weiterbildung bessere Berufschancen erhoffen. Wir sind unendlich dankbar für unsere Freiwilligen, die dank ihrer Spendenbemühungen den Grundstein für das neue Center der Gily’s Foundation legen konnten!

L.I.F.E.

Sobald das neue Gily’s Center errichtet ist, ist der Bau weiterer Center in Arusha geplant. Die „Local Initiative for Families and Education“ (LIFE) unter dem Schirm der Gily’s Children Foundation und in Kooperation mit STEP Africa plant den Aufbau eines Community Centers in Njiro, Arusha. Dieses Community Center soll neben eines weiteren Kindergartens und einer Nachmittagsbetreuung für Schulkinder auch ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot für hilfsbedürftige Familien anbieten und auf lange Sicht als Vorbild für die Errichtung weiterer Center in verschiedenen Stadtteilen Arushas und Regionen Tansanias dienen. Auch ist die Errichtung von Sozialwohnungen für Familien geplant, die aufgrund eines niedrigen Einkommens in unsicheren und gesundheitsgefährdenden Verhältnissen und auf engstem Raum zusammenleben müssen.

Wer Interesse hat, den Aufbau der Center zu unterstützen, eine Patenschaft zu übernehmen oder zu erfahren, wie man sich als Freiwilliger aktiv an der Aufbauarbeit beteiligen kann, kann sich sehr gerne an uns wenden. Wir kooperieren zudem mit zwei Vereinen, die von unseren ehemaligen Freiwilligen ins Leben gerufen wurden.

Kupanda e.V. unterstützt den Aufbau des L.I.F.E. Community Centers als eines ihrer Hauptprojekte, woraus wir sehr stolz sind. Wir freuen uns auf eine langanhaltende und positive Zusammenarbeit. Mehr Informationen zu Kupanda e.V. und dem Konzept von L.I.F.E. findet ihr auch auf der Vereins-Website unter www.kupanda-ev.de

Der Verein Giving Smiles e.V. ist aktuell am Aufbau eines Patenschaftsprogrammes in der Gily’s Foundation beteiligt und plant ebenfalls die Unterstützung der Center. Zudem besteht eine aktive Patenschaft mit dem Cradle of Love Baby Home, unserem einzigen Partnerkinderheim, welches sich für die Wiedereingliederung von verwaisten Kindern in ihre Ursprungsfamilien oder Adoptiv- und Pflegefamilien einsetzt. Giving Smiles spielt hierbei eine tragende Rolle bei der Unterstützung der Familien nach der Rückführung der Kinder. Mehr Informationen findet ihr unter www.givingsmiles.org

Wir freuen uns auf spannende Monate und Jahre und hoffen, dass unsere Bemühungen und unsere Ausrichtung viele Unterstützer finden wird 🙂 Ebenso freuen wir uns über den Gedanken- und Erfahrungsaustausch und darauf, unsere zukünftigen Freiwilligen aktiv einbinden zu können und so nicht nur familienorientierte Projekte, sondern auch das interkulturelle Lernen weiter fördern zu können!

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