13
Mai-2014

Darf Freiwilligenarbeit Geld kosten?

Gallery37Wer sich ehrenamtlich für einen guten Zweck einsetzt, verdient zurecht Anerkennung. Denn nicht jeder ist bereit, in sozialen Projekten und teilweise unter nicht ganz einfachen Bedingungen – ohne Bezahlung – zu arbeiten. Die Entscheidung für Freiwilligenarbeit in Tansania ist auch deshalb eine mutige, weil man sich neben seinem Projekt auch noch auf eine fremde Kultur und andere Lebensumstände einstellen muss. Immer wieder kommt deshalb die Frage auf, warum man für Freiwilligenarbeit in Afrika auch noch Geld bezahlen muss.

Hier unsere Antwort: Als Freiwilliger in Tansania bist du eine wertvolle Ergänzung für dein Projekt. Die einheimischen, hauptamtlichen Mitarbeiter stoßen sehr oft an ihre Grenzen und sind daher sehr dankbar für helfende Hände. Den Projekten, mit denen wir zusammenarbeiten,  fehlt es oftmals am Nötigsten, da es in der Regel kleinere lokale Initiativen sind. Gerade diese Projekte, die auf den zusätzlichen Einsatz von Freiwilligen dringend angewiesen sind, können es sich nicht leisten, Flugtickets oder Unterhaltskosten für ihre ehrenamtlichen Helfer aufzubringen. Und selbst wenn sie dieses Geld hätten, würden sie es wesentlich effektiver verwenden können, um weitere einheimische Mitarbeiter einzustellen.

Hinzu kommt, dass die Einarbeitung von Freiwilligen zeitaufwendig ist. Aus diesem Grund arbeiten die Projekte mit Organisationen wie STEP Africa zusammen. Das ganze Organisatorische übernehmen folglich wir. Wir bereiten dich intensiv auf dein Projekt vor, stellen dir Unterkunft und Verpflegung, helfen dir mit Visa und Arbeitserlaubnis usw. Dadurch halten wir den Projekten den Rücken frei und stellen sicher, dass ihr euch als freiwillige Helfer auch wirklich sinnvoll in das Projekt einbringen könnt. Denn Freiwillige sollen ihr Projekt entlasten und nicht zusätzlich finanziell belasten! Da wir eine lokale Freiwilligenorganisation sind, versuchen wir die Kosten für euch auf ein Minimum zu reduzieren, denn wir glauben fest an den Nutzen von Freiwilligenarbeit.

Ein weiterer oft genannter Kritikpunkt an Freiwilligenarbeit in Afrika ist der, dass man das Geld, das Freiwillige für ihren Einsatz bereit sind zu zahlen, doch besser direkt an das jeweilige Projekt spenden solle. Das mag im ersten Moment durchaus sinnvoll klingen, doch ganz so einfach ist es leider nicht…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie oft hört man von internationalen Spendengeldern, die in den Sand gesetzt wurden oder gar nicht erst ihrer eigentlichen Bestimmung zu Gute kamen?! Das Thema „Spenden“ ist sehr komplex und noch lange nicht jede Spende ist auch wirklich sinnvoll. Wenn man sich nun einmal vor Augen führt, dass ein Freiwilliger persönlich nach Tansania kommt, in seinem Projekt arbeitet, die Menschen kennen lernt und heraus findet, wie die Arbeit in solch einem Hilfsprojekt überhaupt funktioniert, ist es dann nicht auch nahe liegend, dass dieser Freiwillige in seinem Familien- und Freundeskreis von seinem Projekt erzählt und versichern kann, dass jegliche Hilfe auch tatsächlich ankommt? Sehr viele Freiwillige engagieren sich noch lange nach ihrem Einsatz in Tansania für ihr Projekt, indem sie in ihrer Heimat anderen Leuten davon erzählen. Auf diese Weise entstehen teilweise langfristige Patenschaften oder Hilfsaktionen, die andererseits vielleicht nie ins Leben gerufen würden. Der Vorteil internationaler Freiwilliger ist eben auch der, dass sie ein soziales Netzwerk außerhalb Tansanias, eben in ihrer Heimat, pflegen, und ihre Projekte daher auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen können.

Nicht zuletzt ist Freiwilligenarbeit aber auch für die Freiwilligen selber eine unschätzbar wertvolle persönliche Bereicherung. Ein freiwilliger Einsatz in Tansania gibt einem mehr, als jeder noch so tolle und zehnmal so teure Luxusurlaub! Als Freiwilliger lebt man ein tolerantes Miteinander, man lernt auf sein Herz zu hören und wird dafür mit viel Freude und teils lebenslangen Freundschaften belohnt. Nicht zuletzt deshalb, sollte es einem jeden Freiwilligen das Geld wert sein, für seine eigenen Reisekosten auch selber aufzukommen!

Noch Fragen? Wir freuen uns über jede Nachricht von euch: info@step-africa.de

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